Fahrplan durch die Nacht

15.09.2016 12:30  Von:: Albis-Administrator

Bettwaren

Körper und Geist sind nachts hochaktiv, und es geschehen schier unglaubliche Dinge. So erwachen wir durchschnittlich 28-mal pro Nacht, ohne uns am Morgen daran erinnern zu können. In dieser Zeit werden unsere Körperfunktionen von der «inneren Uhr» gesteuert. Sie ist dafür verantwortlich, dass wir ständig zwischen Tief- und Traumschlafphasen hin und her schwanken.

Zeitgleich nutzt das Immunsystem die Gunst der Stunde und macht sich an die nötigen «Reparaturarbeiten», sodass wir auch am nächsten Tag gegen schädliche Mikroorganismen gewappnet sind. Selbst die Geisterstunde ist kein Relikt aus Gruselromanen. Unser Körper durchlebt sie jede Nacht neu – wenn auch erst um drei Uhr morgens. Zu dieser Zeit treibt ein Stresshormon sein Unwesen und beginnt damit, unsere Lebensgeister langsam aufzuwecken.

Die Struktur des Schlafes ist bei jedem Menschen gleich und besteht aus vier bis sechs Schlafzyklen. Innerhalb jedes Zyklus laufen verschiedene Schlafphasen ab: der leichte Schlaf (Stadien 1 und 2), der langsame Tiefschlaf (Stadien 3 und 4) unddie REM-Phase. Diese beendet jeweils einen Zyklus von ca. 90 min. Im Laufe der Nacht nehmen die Tiefphasen ab, während der Traumschlaf und der leichte Schlaf zunehmen.

 

1. 23.00 bis 00.00 Uhr: Vom Dösen gleiten wir langsam zum leichten Schlaf über. Tritt keine Störung auf, sinken wir nach wenigen Minuten über in den leichten Tiefschlaf, die wichtigste Phase der Erholung. Keine Körperbewegung stört diesen Zustand, sogar die Augen stehen still. Unser Blutdruck sinkt. Wir atmen tiefer und ruhiger als in allen anderen Schlafphasen.

2. 00.00 bis 1.30 Uhr: Zum ersten Mal erreichen wir das unruhige REM-Stadium, den Traumschlaf. Unsere Augen bewegen sich in salvenartigem Rhythmus. Von diesem «RapidEye Movement» stammt die Abkürzung REM. Manchmal wachen wir auf. Schlafen aber sofort wieder ein. Unser Gehirn ist jetzt mindestens so aktiv wie tagsüber: Bizarre Träume, Geschichten voller Gefühle, teilweise unsinnig und merkwürdig, spielen sich ab. Zehn Minuten später kehrt Ruhe ein, die Körpertemperatur sinkt weiter ab.

3. 1.30 bis 3.00 Uhr: Wir bleiben eine Weile im leichten Tiefschlaf: drehen uns öfter um, können auch aufwachen. Danach beginnt die zweite, intensivere und längere Traumfahrt. Während im Tiefschlaf vor Mitternacht alles, was wir tagsüber gelernt und erfahren haben, im Langzeitspeicher abgelegt wird, speichert jetzt unser Gehirn neu erlernte Bewegungsabläufe.

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4. 3.00 bis 4.30 Uhr: Die dritte Traumphase beginnt und wird noch länger, intensiver und bunter. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir dabei aufwachen und länger als drei Minuten wach bleiben, ist nun relativ hoch. Nach der dritten Traumphase erreichen wir nur noch das Stadium leichter Schlaf, aus dem wir leicht aufwachen. Unser absolutes Leistungstief haben wir in der Nacht zwischen 3 und 4 Uhr. Wenn wir zu dieser Stunde wach sind, ist unsere Wahrnehmung verzerrt, unsere Konzentrationsfähigkeit am Boden und unser Zeitempfinden durcheinander. Stehen wir dann auf, wird uns in der Regel schwindlig, weil dann auch der Blutdruck auf dem absoluten Tiefpunkt ist.

5. 4.30 bis 6.00 Uhr: Träume können nun länger als eine halbe Stunde dauern und sehr wahrscheinlich erinnern wir uns am nächsten Morgen daran. Nachher fallen wir nochmals in einen etwas tieferen Schlaf.

6. ab 6.00 Uhr: Die letzte Traumphase lässt uns bis zu einer Dreiviertelstunde zum fünften Mal das Traumtheater im Kopf erleben. Dieser Traum hat eine gute Chance, mit in den Tag genommen zu werden. Leider erleben wir diese Traumphase oft nicht vollständig, denn wir werden endgültig wach.

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